Solaranlage bauen im Hinblick auf vZEV oder LEG

Gewinn und Amortisation - auf die Grösse kommt es an

Haus mit vollständig belegtem Dach mit Solarpanels und Haus nur teilweise belegt mit Solarpanels Wenn Sie noch keine PV-Anlage haben, aber vorhaben eine zu bauen, dann sollten Sie berücksichtigen, dass sich eine Solaranlage schneller amortisieren lässt, wenn Sie einen vZEV oder eine LEG gründen können.

Ein vZEV oder eine LEG ist dann profitabel, wenn genügend Überschuss zum Verkauf zur Verfügung steht. Das ist der Fall, wenn Ihre Solaranlage auch genügend Energie gewinnen kann und nach Ihrem Eigenverbrauch noch Energie zum Verkauf zur Verfügung steht.
Zudem muss bei vZEV die Bedingung erfüllt sein, dass die gesamte Produktionsleistung der Solaranlage/n des Zusammenschlusses mindestens 10 Prozent der gesamten Anschlussleistung des Zusammenschlusses betragen muss. Bei LEG müssen es mindestens 5 % sein.

Allenfalls macht es Sinn, mit einem vZEV an einer LEG teilzunehmen.

In logischer Konsequenz sollte eine Solaranlage möglichst gross gebaut werden.

Dach vollständig belegen

Wenn möglich sollte mindestens das Dach für das ein Gerüst gebaut wird vollständig mit Solarpanels ausgebaut werden. Denn der grösste Teil zum Bau einer Solaranlage (wie Planung, Gerüst, DC-Leitungen, etc.) wird kaum teurer, wenn auf dem gesamten Dach Solarpanels montiert werden. Solarpanels, Kabel und die Unterkonstruktion die dafür zusätzlich nötig sind, sind heute relativ preiswert. Der Ausbau der Solaranlage ist daher in der Regel nur marginal teurer (eine faire Berechnung/Offerte vorausgesetzt).
Eine grössere Solaranlage wird aber viel gewinnbringender, denn:

  • Im vZEV oder in der LEG steht mehr Energie zum Verkauf zur Verfügung
  • In den Jahres-Übergangszeiten können Sie länger vom eigenen PV-Ertrag profitieren
    Beispiel mit Wärmepumpe: Sie kaufen erst ungefähr ab November und nur bis Februar Strom zum Heizen, anstatt schon ab September bis April

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Zu berücksichtigen

Wenn Sie eine Solaranlage bauen und vorhaben damit später einen vZEV oder eine LEG zu gründen und (ausschliesslich) deshalb die Solaranlage möglichst gross bauen wollen, so beachten Sie:

  • Dass zuvor abgeklärt werden sollte, mit welchen Gebäuden/Wohnungen überhaupt ein vZEV gegründet werden kann (Verteilnetzbetreiber muss diesbezüglich Auskunft geben)
  • Dass die entsprechenden Nachbarn oder Bewohner in der Gemeinde einverstanden sein müssen am vZEV oder der LEG teilzunehmen (Fragen Sie diese)

Wenn Sie die Solaranlage mit einem unserer Fachpartner bauen, wird dieser Sie gerne bei diesen Abklärungen unterstützen.


Technisch zu berücksichtigen

Eine Solaranlage so gross zu bauen wie möglich ist wie oben erläutert wirtschaftlich meist sinnvoll.

Technisch gibt es hinsichtlich maximaler Anlagengrösse einige Rahmenbedingungen, die berücksichtigt werden müssen, was je nach Gegebenheiten eine Herausforderung sein kann. Für technisch Interessierte führen wir diese Bedingungen zur Vollständigkeit hier auf.

  • Die maximale Leerlaufspannung eines DC-Strangs darf nicht überschritten werden, auch dann nicht, wenn diese mit dem geltenden NIN-Sicherheitsfaktor multipliziert wird. Das ist ein Sicherheitsrelevanter Faktor, gemäss Schweizer Normen.
  • Die maximale DC-Eingangsspannung des Wechselrichters darf nicht überschritten werden. Das ist ein Sicherheitsrelevanter Faktor. Zudem könnte auch der Wechselrichter zerstört oder die Lebensdauer reduziert werden.
  • Der maximale DC-Eingangsstrom, sowie der Solarpanel-Kurzschlussstrom dürfen den vom Wechselrichter maximal erlaubten Wert nicht überschreiten. Das ist ein Sicherheitsrelevanter Faktor. Zudem könnte auch der Wechselrichter zerstört oder die Lebensdauer reduziert werden.
  • Der DC-Spannungsbereich sollte im MPPT Bereich liegen. Der Wechselrichter kann sonst nicht die maximal mögliche Leistung verwerten.
  • Die minimale DC-Spannung sollte genügen über der Einschaltschwelle des Wechselrichters liegen. Wenn nicht berücksichtigt, kann dies dazu führen, dass sehr viel PV-Energieertrag verloren geht, da der Wechselrichter oft gar nicht arbeitet, obwohl Leistung zur Verfügung stünde.
  • Unterschiedlich ausgerichtete Solarpanels sollten nicht in einem DC-Strang (in Serie geschaltet) werden. Ansonsten kann der MPPT des Wechselrichters nicht die volle Leistung verwerten, da die Solarpanels Ihren Arbeitspunkt bei dem die maximale Leistung verwertet werden kann durch unterschiedliche Sonneneinstrahlung jeweils an unterschiedlichen Punkten haben.
  • Die maximale Überdimensionierung (höhere Leistung in kWp der angeschlossenen Solarpanels im Vergleich zur maximalen Wechselrichter Ausgangsleistung in kVA) darf den vom Wechselrichter angegebenen Wert nicht überschreiten. Der Wechselrichter könnte ansonsten ineffizient arbeiten, zerstört werden oder die Lebensdauer könnte reduziert werden. Eine Überdimensionierung bis zu einem gewissen Punkt macht teils Sinn, da die maximale DC-Leistung ohnehin nur zu Spitzenzeiten erreicht wird und die Solarpanels durch Degradation über die Zeit kontinuierlich immer wie weniger Leistung bringen.
  • Nebst Einhaltung der maximalen Überdimensionierung muss individuell geprüft werden, wie weit ein Überdimensionieren in einem spezifischen Fall sinnvoll ist. Beispiel: Die Südseite eines Dachs sollte weniger überdimensioniert werden als die Nordseite.
  • Regeln zur Leitungsführung und minimale Kabelquerschnitte und Kabeltypen müssen beachtet werden. Eine entsprechende Verrohrung ist nötig, um die Kabelführung gemäss Anforderungen zu gewährleisten. Zudem müssen DC- und AC-Seitige SPD und ein Blitzschutzkonzept realisiert werden (können).
  • Es darf nicht mehr eingespiesen werden, als die Zuleitung und Hauptsicherungen erlauben. Zudem muss allenfalls ein vom Verteilnetzbetreiber vorgegebenes Maximum an AC-Einspeisung (in kVA) eingehalten werden.

Ein guter Ingenieur/Solarteur findet praktisch immer eine Lösung, um das gesamte Dach zu belegen, während alle oben aufgeführten technischen Rahmenbedingungen eingehalten werden - z.B. durch geeignete Auswahl von Solarpanel und Wechselrichter und geeignete Zusammenschaltung anstelle vom Einsatz des gerade vorrätigen Materials und Aufbau nach "standard-Schema".


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