Abweichungen Netzbetreiber Stromrechnung zu PVshare Cockpit vZEV Abrechnungen
Diese Hinweise betreffen nur vZEV.
Situation: Was der Netzbetreiber für den vZEV in Rechnung stellt stimmt nicht ganz mit den Stromrechnungen vom PVshare Cockpit überein.
So können Sie die Energiesummen prüfen: Für eine bequeme Prüfung weist das PVshare Cockpit die Energiesummen bei jedem Rechnungslauf aus.
Mögliche Ursachen:
Fehlerhafte Abrechnungen können primär zwei Ursachen haben:
- Fehlerhaft erfasste Tarife. Resultat: Falsche Kosten in den Stromrechnungen.
- In sich zusammenpassende aber fehlerhafte Daten vom Netzbetreiber (da die Daten in sich zusammenpassen, kann das Cockpit die fehlerhaften Energiemengen nicht erkennen). Resultat fehlerhafte Energiemengen
Behebung, wenn Sie einen Fehler in der Konfiguration gemacht haben:
Lehnen Sie den Rechnungslauf ab, korrigieren die Angaben und bestätigen die Korrekturen anschliessend beim Rechnungslauf.
Sicherheitsmechanismen im PVshare Cockpit und der Status-Check
Die Daten vom Netzbetreiber durchlaufen im PVshare Cockpit zusammen mit der Konfiguration hunderte von Sicherheitsprüfungen.
Eine fehlerhafte Berechnung durch das PVshare Cockpit ist daher eher unwahrscheinlich.
Erkennt das Cockpit eine Abweichung, so rechnet es nicht und fehlerhafte Abrechnungen werden unterbunden. (Untenstehend wird erläutert, wie das PVshare Cockpit korrekte Abrechnungen sicherstellt.)
Der Status-Check im PVshare Cockpit ermittelt unter anderem auch ein allfälliges Problem fehlerhafter Daten/Konfiguration und gibt auf einen Klick Auskunft inkl. Vorgehen zur Behebung.
Was sind mögliche Ursachen die geprüft werden müssen?
Zunächst stellt sich die Frage, ob Energiemengen, die Aufteilung von Hochtarif / Niedertarif, oder monatliche Tarife nicht genau passen. Entsprechend kommen verschiedene mögliche Ursachen in Frage.
Prüfen Sie Folgendes, was zu Abweichungen in Abrechnungen führen könnte:
- Gar keine Abweichung, aber häufiger Flüchtigkeitsfehler bei der Kontrolle: Wenn ein unterschiedlicher Zeitraum berücksichtigt wird. Beispiel: Sie betrachten einen Rechnungslauf der nur den Juni umfasst, der Netzbetreiber stellt jedoch Rechnung für ein ganzes Semester.
- Wenn der Netzbetreiber andere Daten anliefert als er zur Erstellung der Rechnungen verwendet. Beispiel: Die Daten die der Netzbetreiber anlieferte zeigen in einem Monat einen gesamten Bezug von 500 kWh, während der Netzbetreiber aber 600 kWh in Rechnung stellt.
- Wenn für einen Tarif eine falsche Gültigkeit oder Regel erfasst wurde oder ein Tarif fehlt: Beispiele: Der Tarif für Hochtarif fehlt oder hat einen falschen Gültigkeitszeitraum. Oder der Hochtarif gilt bis 20:00, jedoch wurde er als gültig bis 22:00 erfasst. Oder ein Tarif wurde auf falsche Gültigkeit bezüglich Wochentagen erfasst.
- Wenn der Netzbetreiber an gewissen Tagen einen anderen Tarif anwendet, dieser Tarif oder die Tarifregel aber nicht oder falsch erfasst wurde. Beispiel: Der Netzbetreiber wendet an bestimmten Feiertagen Niedertarif an, kommunizierte dies jedoch nicht oder nicht vollständig in der Publikation der Tarife.
- Wenn der Netzbetreiber zusätzliche Kosten (z.B. monatliche Kosten) in Rechnung stellt, für die im Cockpit kein entsprechender Tarif erfasst wurde. Beispiel: Der Netzbetreiber erhebt einen monatlichen Tarif, der im PVshare Cockpit nicht erfasst wurde.
- Wenn bei einem Tarif ein falscher Preis erfasst wurde. So stimmen zwar die Energiemengen, aber die Kosten die verrechnet oder vergütet werden nicht. Beispiel: Für den totalen Strombezug erhebt der Netzbetreiber inkl. MwSt. 36.754 Rp/kWh, der Tarif wurde jedoch mit 34 Rp/kWh erfasst.
- Wenn für einen monatlichen Tarif der falsche Tariftyp ausgewählt wurde im PVshare Cockpit. Beispiel: Der Netzbetreiber erhebt Gebühren pro physikalischen Stromzähler, welcher für beide Messrichtungen Daten anliefert, im PVshare Cockpit wurde jedoch der monatliche Tariftyp verwendet, der für jede Messrichtung aufgerechnet wird.
- Sehr unwahrscheinlicher Spezialfall, monatlicher Tarif wird zu wenig aufgerechnet: Wenn der Netzbetreiber nur für Energierücklieferung eines physikalischen Stromzählers Daten anliefert (das dürfte nicht vorkommen, da Netzbetreiber selbst bei einem reinen Energieerzeuger den Energieverbrauch messen/verrechnen wollen), monatliche Kosten pro Stromzähler erhebt und im Cockpit ein monatlicher Tarif vom Typ "Monatlicher Preis pro Stromzähler" erfasst wurde. Das Cockpit rechnet diesen monatlichen Tarif nur in Bezugsrichtung auf. Mögliche Lösung: Monatlichen Tarif pro vZEV Teilnehmer verwenden. Diese Lösung funktioniert in den allermeisten Fällen. (Eine Abweichung entsteht nur dann, wenn einem einzelnen vZEV Teilnehmer zwei physikalische Stromzähler zugewiesen sind (dann wird der monatl. Tarif fälschlich nur einmal aufgerechnet).)
In allen oben aufgeführten Fällen liegt die Ursache beim Netzbetreiber oder einer fehlerhaften Konfiguration des vZEV im Cockpit. Stellen Sie eine korrekte Konfiguration im PVshare Cockpit sicher und klären Sie mögliche Abweichungen mit dem Netzbetreiber anhand der oben aufgeführten möglichen Ursachen.
PVshare hat keinen Einfluss darauf.
So stellt das PVshare Cockpit korrekte Abrechnungen sicher
Das PVshare Cockpit verarbeitet die Daten vom Netzbetreiber und erstellt nur Abrechnungen, wenn diese Daten als in sich zusammenpassend erkannt werden. Je nach Netzbetreiber werden Daten mit Rundungsfehlern angeliefert - das Cockpit erlaubt diese nur, solange sie sich im möglichen Rahmen bewegen. Ansonsten stellen unzählige Sicherheitsmechanismen sicher, dass Berechnungen und Abrechnungen auf Basis von als fehlerhaft erkannten Daten unterbunden bleiben.
Das Cockpit berechnet allfällige Rundungsdifferenzen sogar und weist sie in den Rechnungsläufen transparent aus.
Zudem stellt das Cockpit sicher, dass nur Stromrechnungen erstellt werden, wenn die Daten als definitiv betrachtet werden können. Am Schweizer Strommarkt gibt es klare Regeln, bis wann Netzbetreiber Korrekturdaten nachliefern dürfen.
Mit anderen Worten: Solange sich der Netzbetreiber an die Regeln hält und korrekte Daten anliefert, und Sie den vZEV im Cockpit vollständig und korrekt konfiguriert haben, stimmen auch die Energiemengen die im PVshare Cockpit angezeigt und in Stromrechnungen verrechnet werden mit den Energiemengen die der Netzbetreiber dem vZEV-Verantwortlichen in Rechnung stellt überein. Da die Energiemengen in den einzelnen Stromrechnungen auf ganze kWh (Kilowattstunden) gerundet werden, können minime Rundungsdifferenzen entstehen.
Unwahrscheinliche Ursachen
Folgende Fehler sind dank den Sicherheitsmechanismen unwahrscheinlich *:
- Wenn eine vZEV-Einheit oder ein Stromzähler einen falschen Gültigkeitsbereich konfiguriert hat oder fehlt. Beispiel: Ein neuer vZEV Teilnehmer tritt per 1. Juli ein, im Cockpit wurde der Stromzähler jedoch mit Gültigkeit ab 1. August erfasst. Würde das zu fehlerhaften Abrechnungen führen, würde das Cockpit ein Problem mit der Datenintegrität erkennen und nicht rechnen. Der Status-Check würde über das Problem informieren.
- Wenn Sie den Gültigkeitsbereich (Datum von/bis) eines bereits korrekt konfigurierten Stromzählers nachträglich verfälschen und zwar genau nachdem das Cockpit die Energiedaten berechnet, aber die Stromrechnungen noch nicht erstellt hat. Eine solche Fehlmanipulation zu genau diesem Zeitpunkt ist sehr unwahrscheinlich. Als Ergebnis bestünde effektiv das Risiko, dass für diesen Stromzähler nicht die gesamte Energie in den Rechnungen berücksichtigt werden würde, sondern nur der Teil während dem (fehlerhaften) Gültigkeitsbereich des Stromzählers. Das Cockpit arbeitet in diesem Fall also mit den von Ihnen gemachten Angaben und könnte Sie in exakt dieser Spezialsituation mit seinen technischen Schutzmechanismen nicht vor einem Fehler schützen.
- Wenn ein notwendiger Tarif fehlt oder nicht den gesamten Zeitraum abdeckt. Dadurch würde nicht die gesamte Energie in Rechnung gestellt werden. Das Cockpit würde bei der Erstellung des Rechnungslaufs fehlschlagen und melden, wann genau ein Tarif fehlt oder nicht den gesamten Zeitraum abdeckt. Eine E-Mail würde über den fehlgeschlagenen Rechnungslauf informieren. Aber Achtung: Das betrifft nur die notwendigen Tarife, die in jedem vZEV zwingend nötig sind. Je nach Netzbetreiber/Zusammenschluss können weitere Tarife nötig ein (z.B. Leistungstarif).
- Der Netzbetreiber hat den Zusammenschluss anders konfiguriert als er im PVshare Cockpit konfiguriert ist. Das Cockpit würde wahrscheinlich ein Datenintegritäts-Problem erkennen und nicht rechnen. Rechnungen würden nicht erstellt. Der Status-Check würde über das Problem informieren.
* Ausnahme, wenn das Cockpit nicht alle diese Probleme erkennen könnte: Wenn der Netzbetreiber keine entsprechenden Daten anliefern würde, die das Cockpit als Gegenkontrolle verwenden kann. Wäre dies der Fall, würde der Status-Check darauf hinweisen. (Bisher gibt es diesen Fall noch bei keinem Zusammenschluss, Stand Dezember 2025.)